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TransAmerica

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(7 - user rating)

TransAmerikaImmer wenn wir ein Spiel mit US. - Karte spielen, kriegt Jens Fernweh. Sofort wird Alamogordo lokalisiert, wo wir ein paar Jahre gelebt haben. Natürlich ist Alamogordo nur extrem seltenst auf einem Spielplan zu finden. Da, genau da, zwischen El Paso und Santa Fe, da ist es. Ich kann Jens gerade noch davon abhalten, Alamogordo in die Karte einzuzeichnen. Dann werden alle Orte kommentiert, in denen wir mal waren.

Dieses TransAmerica, exakt dieses Spiel, das gerade vor mir liegt, war allerdings noch nie in Amerika.  Dieses Spiel musste ich mir in Deutschland neu kaufen, da ich meine alte Ausgabe in den Händen begeisterter Fans zurücklassen musste.....

Wie es dazu kommen konnte? Capitan, New Mexico, am Arsch TransAmerikader Welt. Wir sind bei Todd und Karen zusammen mit ihren 12 Katzen. Beziehungsweise bei Todd und den Katzen. Als Karen "Spielenachmittag" hört, hat sie plötzlich dringende Termine. Kirchenbasar oder war es Tupperparty?  Egal was wir spielen, Karen findet Spiele doof. Sie würde lieber Fenster putzen, als mitspielen. Und trotzdem ist sie meine Freundin - unglaublich, aber wahr. Damit wir aber nicht zu Dritt jeder 4 Katzen streicheln müssen, während wir spielen, sind Weldon, Janice und Bob mit von der Partie. Aus dem Turm von Spielen, die ich mitgebracht habe, zieht Bob TransAmerica hervor. Oh, ja gute Idee, TransAmerica ist ein klasse Starter. Ausnahmsweise gibt es mal keinen Protest bei der Spielauswahl.

TransAmerikaAlle fühlen sich zu Hause, eine amerikanische Karte, das ist vertraut. Und alle, wirklich alle fangen genau an wie sonst Jens. Weldon: guck, wenn da El Paso ist, dann ist da ungefähr Ruidoso. Ich gehe ins Badezimmer und rufe: und hier ungefähr wäre Steinfurt, darf ich das auf Eurer Tapete einzeichnen? Die Idee stösst auf wenig Gegenliebe. Also schnappt sich jeder ne Katze zum kuscheln, der Spielplan wird auf den Tisch gelegt und los kann es gehen. Die Städte der USA sind neuerdings farbcodiert.  Wir bekommen von jeder Farbe eine Karte mit einem Städtenamen verdeckt zugeteilt. Das Weldon ruft, cool, ich habe El Paso, ist in diesem Spiel übrigens nicht sehr schlau. Dadurch, das alle orangenen Städte an der Ostküste, alle grünen Städte an der Westküste, alle roten Städte im Süden liegen usw. , hat jeder nun Karten mit Städten auf der Hand, die über den gesamten Spielplan verteilt sind. Ziel ist es nun, alle diese Städte schnellstens per Eisenbahnlinie miteinander zu verbinden. Auf jeden Fall schneller als alle anderen.

Der Spielplan ist mit einem Raster überzogen, auf dem wir TransAmerikaStreckenabschnitte errichten können. Zuerst jedoch suchen wir uns einen uns strategisch günstig erscheinenden Startplatz. Weldon entscheidet sich für seine ehemalige Heimat Kalifornien, Bob und Jens starten an der Ostküste, während Janice und ich uns in der Mitte des Plans ziemlich auf die Pelle rücken. Nun darf jeder Spieler Runde für Runde 1 bis 2 Schienen auf das vorgegebene Raster legen. Nur 1 Schiene dann, wenn wir einen Fluss oder ein Gebirge überqueren müssen. Die Schienen dürfen wir nur so legen, das wir das eigene Netz erweitern. Oder, was besonders nett sein kann, man schliesst das eigene Netz an das Netz eines Mitspielers an. Dieses, das ja mühselig von jemand anderem aufgebaut wurde, dürfen wir einfach so, ohne weiteres, mitbenutzen. Das sorgt auch mal für Unmut. So zum Beispiel als Jens in der ersten Runde sich erst an das Netz von Janice und mir und dann an Weldons Netz anschliesst. Ein Zug noch und er hat die erste Runde gewonnen. Nun bekommen alle anderen Minuspunkte. Und zwar soviele, wie Ihnen an Wegstrecke fehlt um ihre 5 Städte zu verbinden. Jens guckt zufrieden, Bob ob seiner 6 Minuspunkte eher verzweifelt, alle anderen stöhnen und erläutern erstmal, das sie ja auch gleich fertig gewesen wären und das Jens ihr Netz schamlos ausgenutzt hat.

TransAmerikaIn der zweiten Runde bin ich Startspieler und entscheide mich für einen Startplatz direkt neben Omaha. Alle anderen, außer Weldon, platzieren sich so ziemlich direkt neben mir. Hallo! Die Karte ist groß, verzieht Euch! Weldon ist als lonesome Cowboy in der Wüste um Phoenix gestartet. Jetzt wissen alle wie der Hase läuft. Es wird immer ruhiger. Das Spiel  geht ganz flott voran. Die Schienen füllen den Plan, nur das Weldon stundenlang überlegt. Wir anderen werden ungeduldig! Mensch nun mach doch, ist doch kein Schach! Dieses Spiel macht einen nervös, ständig sitzt einem der Druck im Nacken. So, Omaha und Chicago habe ich. Winston und Dallas auch. Aber es ist noch verflucht weit bis Medford und es gibt dort kein nettes Netz, an das ich mich anklinken kann. Jens grinst so. Er wird doch nicht gleich fertig sein? Ich brauche noch 4 Züge! Von Weldon kommen nur mmmh- Laute. Jens ist dran. Er legt 2 Schienen und - na , puh nein, er sagt nichts. Er ist also noch nicht fertig. Es ist so still, wir können die Atemgeräusche der anderen hören. Auch ich komme meinem Ziel näher, brauche nur noch einen Zug. Weldon fragt aufgeregt - bin ich dran? JA! Mach! Oh, nein, er ist fertig!!! Wir anderen wären alle auch fast fertig gewesen. Äh, das heisst Bob hat es irgendwie geschafft 9 Minuspunkte zu machen! Damit ist er über die Minuspunktleiste hinausgeschossen und das Spiel ist vorbei. Ganz knapp gewinnt Jens vor Weldon.

Wir sind alle ganz erschöpft, so spannend war das Spiel. Aber eine Pause gibt es nicht. Es wird sofort eine weitere Partie gefordert. Als Karen dann nach Hause kommt, ist es so still, das sie erst denkt, es wäre niemand da. Und zu mehr als einem knappen Hallo an die Hausherrin ist bis Spielende nicht zu denken, obwohl sie Kuchen mitgebracht hat.

Gerade mit mehreren Mitspielern ist TransAmerica ziemlich glückslastig. Aber da wir doch etwas taktieren können, wann wir  wo hinfahren, die Entscheidung ob man jetzt oder erst besser später ans fremde Netz anschliesst, macht uns das nichts aus. Auch dauert TransAmerica ja nicht ewig. Das gibt Zeit für eine Revanche. Es macht ganz einfach unglaublich viel Spaß jedesmal zu hoffen, diesmal schneller als die anderen zu sein. Zu Zweit ist das Ganze ein klein wenig taktischer, macht aber genauso viel Spaß. Und so kann ich mich freuen, das es garantiert eine weitere Revanche geben wird, falls ich mal wieder nach New Mexico komme.

Wertung: 9 von 10

TransAmerica, Franz - Benno Delonge, Winning Moves, 2002, 2 - 6 Spieler
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