Das ist ja wie Die Siedler von Catan nur ohne Schaf! Lauter Sechsecke! Also hör mal, das ist doch völliger Quatsch! Indigo ist in Indien angesiedelt, natürlich ist da scharf drin. Guck, mal hier ist doch schon die Tischdecke, da wird doch bestimmt gleich noch irgendwo ein lecker Mittagessen in der Schachtel sein. Was Scharfes. Also hier haben wir Sechseckplättchen und noch mehr Sechseckplättchen und Glasssteine in gelb, grün und blau. Ach und Schlabberlätzchen, um sich vor Essenspritzern zu schützen.Ach nee, das sind doch Sichtschirme. Ach so. Ja, und auf deren Rückseite ist das Spiel schon so ziemlich komplett erklärt. Ach, na dann erklär mal.
Kein Problem. Los gehts. Die Tischdecke ist gar keine Tischdecke sondern ein Spielfeld. Auf einigen Randfeldern und in der Mitte liegen Glassteine. Die sind zwischen einem Punkt für gelb über zwei Punkte für grün bis zu drei Punkte für blau wert. Wobei von blau nur ein einziger in der Mitte liegt. Ansonsten ist es auf dem Spielfeld noch recht leer, die Sechseckplättchen warten verdeckt neben dem Plan auf ihren Einsatz. Das sieht schön aus, wird aber noch schöner. Auf den Sechseckplättchen sind Wegabschnitte abgebildet. Wer am Zug ist legt ein solches Plättchen. Grenzt dieses an ein Plättchen mit Glasstein bewegt sich dieser entlang der neu entstandenen Strecke. Dadurch entsteht ein ganz schickes Muster. Ein Gewusel. So ein Über- und Untereinander, das man sich wundert, das den Glassteinen vor lauter hin und her gar nicht schlecht wird. Hätte also gut auch in China spielen können, das Spiel. Als Trainingsspiel für der chinesischen Verkehrsminister sozusagen. Denn der heisst ja schließlich : Um Lei Tung.
Irgendwann bewegen sich die Glassteine an den Spielfeldrand.
Dort lauern gierig wir Spieler. Essen kann man die Glassteine zwar nicht, aber sie bringen wie gesagt Siegpunkte. Am Rande des Spielfelds haben die Spieler ihre Tore. Ist ein Glasstein dort angekommen, heißt es Jubel für des Besitzer des Tores (Tor! Tor! Tor! für Aachen Alemania!), denn der Glasstein verschwindet hinter seinem Sichtschirm. Das ist jedenfalls im 2 Personenspiel der Fall. Am interessantesten finde ich Indigo als 3 Personenspiel. Denn hier hat man sowohl eigene Tore als auch Tore die man sich mit Mitspielern teilt. Kommt ein Stein im geteilten Tor an, bekommen beide beteiligten Spieler einen Stein. Hier machen dann die Sichtschirme deutlich mehr Sinn als im 2 Personenspiel. Denn nun heißt es sich merken wer wohl schon wieviel hat. Im 4 Personenspiel gibt es nur geteilte Tore. Das ist mir etwas viel der Merkarbeit. Aber natürlich lässt sich Indigo auch einfach wunderbar aus dem Bauch herausspielen.
Manchmal kommen Steine gar nicht ans Ziel. Treffen sich zwei Jäger - tot. Har Har. Genau so in Indigo. Treffen sich 2 Steine - raus. Aber bevor andere Spieler die Punkte bekommen, kann man das ja ruhig mal so machen. Finde ich.
Indigo erklärt sich in 5 Minuten und schon stürzt man sich ins Gewusel. Es sieht schön aus, man kann ärgern, versuchen umzuleiten und über bestmöglichste Wege nachdenken. Die Stimmung am Spieletisch bei einer Partie Indigo ist locker, gelöst. Indigo ist nicht banal, aber eben auch kein Grübelbrocken. Bei Mitspielern die jetzt keine 120 Spiele kennen, kam Indigo sehr gut an. So wie Blockers oder Qwirkle. Vielspieler fachsimpeln natürlich gleich über Metro, Tsuro und so weiter und stellen Vergleiche an. Indigo kann ganz klar gegenüber Metro durch die flotte Spielkürze punkten. Ein idealer Absacker. Der Vorteil gegenüber Tsuro ist das Mehr an Einfluss und Spieltiefe. Alle haben irgendwo ihre Daseinsberechtigung. (Obwohl Tsuro!? Naja..)
Für Indigo spricht ganz klar, der Ruf nach Revanche. In den meisten Fällen wurde bisher gleich eine Revanche angehängt. Am Besten nach der taktischeren Regel, die auch am Ende der Spielregel vorgeschlagen wird: jeder Spieler hat immer 2 Wegplättchen zur Auswahl. Das reduziert das fiese Nachziehglück.
Alles in allem ist Indigo für mich zwar nicht der heilige Gral der Spiele, aber ein schönes (bis auf böse, umkippende Sichtschirme), gelungenes Spiel mit leichtem Einstieg. Und eines von dem ich mir sicher bin, das es zumindest in dieser Saison in meinen Spielerunden häufig nachgefragt wird.
Ich habe schon mal eben was Indisches bestellt. Mit Schaf, ähm Lamm und scharf. Spielen wir bis es kommt noch ne Runde Indigo?
Das kommt davon wenn man telefoniert statt zu zuhören. Ja, habe ich doch gerade gesagt.
Wertung: 7 von 10
Indigo, Reiner Knizia, 2 bis 4 Spieler, Ravensburger, 2012
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2012-04-10 13:21:54 |91.97.55.xxx| Sarah
also wenn ich mal 8 Spieler habe, dann gibts Linq oder Telestrations oder Time's up ......... bei Tsuro gucke ich ja mehr zu als ich spiele, falls ich das richtig in Erinnerung habe, bin ich da ca. 4,5 mal dran, dann ist es vorbei, bevor ich überhaupt gemerkt habe, das es begonnen hat...
Aber ich lasse mich gerne bei einer Partie eines besseren belheren, schließlich dauert das ja nich so lange.....
Liebe Grüße, Sarah
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... nix gegen Tsuro (8 in Worten "acht" Spieler).
LG,
Klemens