Und plötzlich ist Sommer. Um 17 Uhr in Ristedt. Morgens Regen, Mittags bedeckt, Nachmittags im Pullover draussen überlebbar und um 17 Uhr echter Sommer. Daher stehen wir Spieler auch noch eine zeitlang unschlüssig im Garten rum, bevor wir uns an die diesmal zwei Spieletische drinnen begeben. Wir sind noch nicht vollzählig. Daher beschliessen wir, erstmal etwas kurzes zu spielen. Revolver spiele ich mit H.., der aber nicht namentlich genannt werden möchte. Daher heisst er jetzt Horst (richtiger Name der Redaktion bekannt). Durch MEINE Rezension in der Fairplay ist er auf das Spiel aufmerksam geworden. Ha!
Revolver hat einen einfachen Grundmechanismus: Karten ziehen, Karten spielen und rumballern. Horst ist der Sheriff und will mich platt machen. Ich bin Colty, der Bandit und möchte einfach nur mit meinem gerade in der Bank erworbenen Taschengeld zum Großeinkauf in den nächsten Spieleladen. Horst hat keine Chance. Was aber daran liegt, das ich durch die Fairplaykritik schon etwas Übung habe. Ich überlege mir halt wann und ob es sinnvoll ist eine Karte zu spielen und baller nich einfach drauf los. Nee, Horst? Sein Urteil: gäbe es das Spiel auf deutsch, würde er sich das sofort von seinem Taschengeld kaufen. Gibt es aber nicht. Warum auch immer. Hey, Verlag, lohnt sich doch jetzt. Einen Kunden hättet Ihr da schon mal....
Am Nebentisch erklärt Jens 7 Wonders. Was kurzes, einfaches für 7 Wonders Neulinge? Naja.
Aber nachdem sich die anfängliche Verwirrung angesichts der Regelflut gelichtet hat, sind Uta und Daniela sehr angetan von 7 Wonders. Horst wagt es tatsächlich über 7 Wonders rumzumosern. Tzzzz. Naja, dafür habe ich ihn ja einfach erschossen, bei Revolver. Während der Revolver Partie klingelt übrigens das Telefon und es stellt sich heraus, das wir heute doch in dieser 5er Besetzung bleiben.
Während 7 Wonders noch läuft, spielen Horst und ich Zooloretto - Das Würfelspiel. Und mit Horst habe ich dafür einen idealen Mitspieler. Denn wir gönnen uns nix. Die Würfel gönnen vor allen Dingen Horst nichts. Welch ein Spaß, ich gewinne die Partie. Partie Nummer 2 folgt sogleich. Genauso wie noch eine Kritik zum Spiel auf spielenswert folgt. Zooloretto Das Würfelspiel ist Zooloretto nur ohne das ganze drumgeeiere. Es ist Zooloretto - Der Mechanismus pur. Und das ist super. Zooloretto finde ich mässig, aber das Würfelspiel, das macht Laune. Und ich gewinne ein zweites Mal.
Die 3 Wonders sind noch am Abrechnen. Ich spiele
mit Horst eine Runde Ab in die Tonne. Genau das richtige Spiel für Horst, der schon bei Fits einen gewissen Brechreizfaktor empfindet. Dafür ist er aber nun cool, schließlich gibt es das Spiel nur in 300er Auflage und er kennt es! Ab in die Tonne ist Titel, Programm und Spielregel in einem. Jeder hat ne schiefe Ebene als Tonne und Müll. Teddybär, Ventilator und Lavalampe werden fachgerecht alle in eine Tonne gekippt. Es gilt die Tonne möglicht räumlich gut auszunutzen. Das ist alles. Während Katharina, die nach Ostern einige Tage hier zum Dauerspielen zu Besuch war, Ab in die Tonne gut gefiel und wir einen Heidenspaß an der Sache hatten, spielt Horst nur höflich mit.
Am Nebentisch is fertig gerechnet und ich glaube Daniela hat gewonnen (Proteste sind an die Redaktion zu richten). Mit Daniela habe ich Grimoria mal zu Zweit getestet. Das war meine schlechteste Grimoria Partie überhaupt. Das das Spiel aber doch echt Spaß machen kann, will
ich ihr nun in 5er Besetzung beweisen. Horst ist neugierig, er hatte die Schachtel im Spieleladen schon in Kauflaune in der Hand. Wir sammeln Zeugs, das Siegpunkte bringt und das geschieht indem wir uns jede Runde heimlich für einen Zauberspruch entscheiden. Dieser bestimmt auch die Spielreihenfolge. Wer dann dran ist zaubert und nimmt anschließend eine Karte aus der Auslage. Genau, wer spät dran ist, bekommt die Überbleibsel. Das Spiel lebt von den Zauberbüchern und den vielen verschiedenen Karten. Uta verzweifelt. IMMER ist sie letzte. Horst sahnt tierisch Kohle durch den Schwarzmagier ab. Aber als wir das bemerken, vergeht uns die Lust auf schwarze Magie. Da wird Geld bspw. lieber durch den Barden beschafft. Hmmm. Irgendwie. Also Horst ist froh die Schachtel nicht gekauft zu haben. Er findet das Spiel zwar nicht schlecht, aber eben so gar nicht seins. Uta und Daniela sind auch nicht restlos begeistert und auch Jens und mir hat diese Runde nicht soviel Spaß bereitet. Komisch. Grimoria braucht die richtige Stimmung, die richtige Gruppe. Im Achimer Brettspielclub beispielsweise war Grimoria der Kracher. Jens gewinnt. (Glaube ich)
Daniela geht. Wir sind nun noch übersichtliche 4 Spieler. Ich besitze
Wie verhext. Schon so lange wie es das Spiel gibt. Und genauso lange ist es auch schon Wie verhext mit dem Spiel. Egal wie oft ich es in Aachen versucht habe. Es war garantiert immer ein Spieler mit dabei, der Wie verhext kannte und es partout nicht spielen wollte. Horst ist ein erfahrener Profi bei Wie Verhext. Und so lehne ich mich zurück und lausche der Erklärung. Und kann es noch gar nicht fassen, das wir das jetzt wirklich mal spielen. Wie verhext ist eigentlich ein Stichspiel. Wir wollen Siegpunkte in Form von Tränken. Für Tränke benötigt man Zutaten und eben ne Hexe oder so mit Braulizenz. Wer dran ist spielt ne Karte und sagt bspw.: ICH bin Heduda die Hexe. Der nächste Spieler muss dann, falls er diese Karte auch auf der Hand hat, entweder sagen: So sei es! und sich mit einem Trostpreis begnügen. Oder er sagt: ICH bin die Hexe. Dadurch verliert der vorherige Spieler jegliche Hexenkraft. Aber dieser aktuelle Spieler geht eben das Risiko ein, das vielleicht noch ein anderer Spieler diese Karte hat und diese Rolle für sich beansprucht. Ich gewinne. Und wie ist es? Also grundsätzlich mag ich ja schon mal Spiele bei denen man "So sei es " sagen kann. Ansonsten ist Wie verhext ein schönes Spiel. Es macht mir Spaß, ich bin froh es in meiner "Sammlung" zu haben, aber das es jetzt die Sicht auf das Dasein als Spielerin verändert, kann ich auch nicht behaupten. Uta gefällt das Spiel sehr gut. Jens sagt- Zitat: "Ich bin völlig verzaubert von dem Spiel". Nur dieser leicht ironische Unterton, wie soll ich denn den jetzt deuten? (Bild folgt - nein nicht vom ironischen Unterton, vom Spiel)
Horst wollte
gerne Indigo ausprobieren. Machen wir. Aber daran sieht man auch das Horst zu selten mit mir spielt. Alle anderen Mitspieler durften Grimoria, Indigo, Zooloretto Das Würfelspiel usw. schon längst mit mir testen. Umgekehrt zu Grimoria ist das dann aber eine der schönsten Indigo Partien die ich bisher gespielt habe. Weil wir uns nichts gönnen. Es ist richtig Stimmung am Tisch. Wir wollen Glassteine per verschlungen Pfaden auf Plättchen möglichst zu uns leiten. Diese Pfade können aber äußerst verschlungen sein, überraschende Wendungen nehmen und dann schließlich doch bei Sarah landen. Ich gewinne mit Abstand. Das Uta Indigo mag und Jens es okay findet, weiß ich ja schon. Horsts Urteil: nettes Spiel, aber schon zu viel ähnliches im Schrank. Kein Kauf.
Nun darf Horst wieder erklären. Schließlich ist Im Wandel der Zeiten
das Würfelspiel sein Vorschlag. Zum Abschluß des Abends. Außerdem hat er schon über 160 Partien gespielt. Da kann ich nicht mithalten. Für Uta ist das Spiel noch ganz neu. Bei Jens und mir ist es Tradition in diesem Spiel (der Titel ist zu sperrig zum Tippen) unter Spielername was bescheuertes reinzuschreiben. Ich benutze zum wiederholten Male Xena - Göttin des Feuers (es ist zu spät um originell zu sein), Horst ist ICH, Uta einfach Uta und Jens, ja Jens ist super. Jens ist: Würfelmaxe. Wie geil ist das denn? Schlimmer geht es kaum. Ein wundervoller Name, den ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Ansonsten bleibt das Spiel, das Spiel. Ich persönlich gehe standardmässig vor, was bei mir heisst: 7 Städte, Karawane und Imperium. Dann nehmen was kommt. Immerhin mache ich damit den 2. Platz. Horst ist einfach unschlagbar bei: Im Wandel der Zeiten Das Würfelspiel.
Und so geht ein wundervoller Spieleabend zu Ende. Ein Abend an dem Uta einige schöne neue Spiele für sich entdecken konnte, Daniela festgestellt hat, das 7 Wonders besser als Grimoria ist. Jens endlich mal wieder 7 Wonders, das er liebt spielen konnte, ich einige Testpartien sammeln und den Wie verhext Fluch brechen konnte. Für Horst allerdings war dieser Abend vor allen Dingen billig. Er konnte so einiges von seiner Wunschliste wieder streichen.
Bis zum nächsten Mal wenn es wieder heisst: Ja, was eigentlich? Ran an die Brote? Alea iacta est? Sarah gewinnt? Würfelmaxe will 7 Wonders spielen? Lassen wir uns überraschen.
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2012-04-29 12:54:15 |91.97.101.xxx| Alexander
Also, wenn Du bei Indigo (habe ich und bin angetan) und Grimoria (hat Carsten) unschlüssig bist, melde Dich mal. Ansonsten freut es mich dass Ihr einen schönen Abend hattet.
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2012-04-29 12:54:04 |91.97.101.xxx| Frank Dersch
Ja, Sarah, da muß ich dem Holger leider recht geben - nach deinem sehr unterhaltsamen Artikel hatte ich von ihm das Bild eines Grummel-Griesgrams, sein Kommentar lässt ihn aber in einem ganz anderen Licht erscheinen. In diesem Sinne viel Spaß bei den noch folgenden Spieleabenden.
Frank ( Der "Wie verhext" auch sehr mag, aber auch das "Immeristeinerdabeidereshasstunddeswegenaufkeinenfallspielenwill-P roblem" kennt...)
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2012-04-29 13:06:51 |91.97.101.xxx| Sarah
Oh, nee, der Horst ist schon voll in Ordnung, dann ist das wirklich falsch rübergekommen. Horst nölt nicht rum, wenn er ein Spiel nicht mag, sondern sieht das sportlich und weiß dann wenigstens, was er in seinem Regal nicht braucht. Horst ist ein sehr angenehmer Mitspieler.
Ich senke somit mein Haupt in Demut und werde versuchen bei unserem nächsten Spieleabend mit Horst eine Horst Hymne zum Ausgleich zu schreiben. Obwohl er ja nicht mehr Horst heissen will. Wie wäre es mit Marvin? Oder Kevin? Liegt doch voll im Trend!
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Hallo Sarah,
nach nun einer Partie sind doch ein paar Regelfragen aufgetaucht. Vielleicht kannst Du mir ja weiter helfen. Also folgendes:1. Wieviel Karten darf man in seinem eigenen Zug spielen. Darf man mehrere Ereigniskarten spielen und nur eine Firepower? Oder jeweils nur eine.
2. Wie ist das mit dem Angriff. Angreifen darf ja nur der gute Spieler, oder? Und wenn ja nur einmal, oder?
Kann es sein das es für den guten Spieler Unwahrscheinlich schwer ist zu Gewinnen oder ist einfach alles nur unwahrscheinliches Kartenglück?! Ich hoffe Du kannst mir weiter helfen.
Gruss
Jürgen
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2012-05-29 15:13:31 |91.97.25.xxx| Sarah
Hallo Jürgen,
also erst mal zu den Gewinnchancen. Bei uns war es so, das zuerst der Gute - McReady - auch chancenlos. Das hat sich aber mit der Spielerfahrung geändert. Ich finde es mittlerweile recht ausgeglichen, wobei es zu dem Thema sicherlich unterschiedliche Meinungen gibt und ich Dir keinen wissenschaftlichen Nachweis bringen kann, sondern nur aus eigener Erfahrung mit verschiedenen Mitspielern mitteilen kann. Un ja, zuerst ist MCReady eigentlich immer der schächere. Aber da ihr im Laufe der Ziet die Wertigkeit und Wichtigkeit der Karten besser einschätzen könnt, wird das besser!
1. In Deinem Zug kannst Du soviel Karten spielen wie Du magst und welche Du magst. Theoretisch. Aber Karten sind knapp und Colty darf nur 3 Karten in einem Battlefiled vor sich liegen haben. Und dann kann das Ganze noch durch die Roadblockkarten blockiert
werden.2.McReady greift am Ende seines Spielzuges einmal an. Dann werden die firepowers der beiden battlefields (geile dt-engli. Mischung
) verglichen. McReady braucht eine höhere firepower, dann ist einer der banditen tot, einer von denen mit der niedrigsten Zahl. Welchen davon, darf sich colty aussuchen. Zusätzlich wird nur durch die Karten getötet, wobei du die unterschiedlichen Symbole für firepower und diesen Grabstein direkt für die banditen beachten musst.
Das ist ja auch thematisch stimmig, Colty will einfach nur abhauen mit der Kohle aus dem Überfall, McReady greift ihn an.Ich hoffe, Dir weitergeholfen zu haben und empfehle Dir nach dem ersten Spiel auch noch mal die Regel zu lesen, dann wird vieles klarer als bei der ersten Lektüre vor dem ersten Spiel.
Viele Grüße, Sarah
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So, liebe Sarah
Hast du eigentlich schon versucht zu klären, ob der Name Horst nicht urheberechtlich geschützt ist, um ihn zu verbalhornen?
Viele denken in diesem Zusammenhang an Horst Schlämmer!
Da ich aber weder 3. Zähne habe, auch keinen Doornkaat mag und nur selten Rücken habe und auch überhaupt nicht auf Giesela stehe, möchte ich dich bitten, mir ein anderes Psyeudonym zu geben.
Mit nichten (und Neffen) bin ich damit einverstanden, mich zum Horst machen zu lassen.
Außerdem drängt sich dem geneigten Leser der Verdacht auf, dass ich nur rumnöhlte.
Ich fand den Abend echt super.
Revolver ist auf meinem Wunschzettel zum Vatertag. (Habe den Link allen in meiner Familie geschickt) und auch Indigo ist noch eine Überlegung wert.
Würfel-Zooloretto ist bestellt und es soll auch noch Spiele geben, die ich nicht brauche.
Und beim "Wandel der Zeiten" muß ich dich korrigieren. Lt "Yucata" sind es 351 Partien und am heimischen Tisch 68!
So
In diesem Sinn
Horst fomally known as Holger
(Es kann nur einen geben)
(GOTTSEIDANK) sagt meine Frau